Das zweite Heft der Familiendynamik 2014 hatte den Schwerpunkt Ambivalenz. In diesem grundlegenden Artikel beleuchten Kurt Lüscher und ich die philosophischen und anthropologischen Ursprünge des Begriffs der Ambivalenz.

Inwiefern ist Ambivalenz grundlegend für das Menschsein? Ausgehend von den mythologischen Ursprüngen des Ambivalenten bei den Göttergestalten Janus und Apollon sowie in Platons Anthropologie kann man die logischen Grundlagen des Ambivalenten ableiten. Sie kreisen um die Figur der dialektischen Dynamik einer (offe- nen) Einheit des Auseinanderstrebenden. Auf diese Weise ergibt sich ein Brücken- schlag zu den Vorstellungen personaler Identität. Der humanwissenschaftliche Zusammenhang von Ambivalenz und Identität lässt sich unter Bezugnahme auf Plessners Idee der »exzentrischen Positionalität« theoretisch und methodisch verdeutlichen.

 

Share →