DURCH GESCHICHTEN WANDERN…NARRATIVE PSYCHOTHERAPIE UND NOMADISCHE THEORIE

Hans Rudi Fischer auf der internationalen Konferenz der Universität Witten/ Herdecke in Kooperation mit der »Familiendynamik« (Klett-Cotta) 27.-29.02.2020

EINFÜHRUNG

Die Lebensbedingungen, unter denen Menschen heutzutage unterwegs sind, haben sie vielfach zu »Nomaden« werden lassen. Wie ist das, wenn die Anforderungen an die Mobilität und die Flexibilität jedes Einzelnen steigen? Werden damit auch die Selbsterzählungen komplexer, vielfältiger, oder vielleicht auch brüchiger, fragmentierter? Oder öffnet ein »nomadisches Denken« gerade ganz neue Erzählräume, weil neue Wege begangen werden, die es so noch nicht gab? Was bedeutet all dies für die therapeutische Arbeit, für Beratung und Pädagogik? Wie lassen sich in der praktischen Arbeit die Geschichten nachvollziehen und verstehen, die Menschen sich und anderen erzählen, wie lassen sie sich verändern und integrieren?

Um Geschichten geht es in allen professionellen Feldern, wo miteinander gesprochen wird. Denn Menschen sind begabte und geschickte Geschichtenerzähler und durch die Geschichten, die sie erzählen, geben sie ihren Erfahrungen Bedeutung. »Erzählen« ist dabei umfassend gemeint, auch der Körper erzählt Geschichten, die durchwandert und verstanden werden wollen. Und da eine erzählte Geschichte erst dann als Geschichte in die Welt kommt, wenn ihr jemand zuhört, verbinden sich im narrativen Ansatz psychische, körperliche und soziale Prozesse aufs Engste.

KEYNOTE von Hans Rudi Fischer
Freitag, 28.2.2020, 09:00 Uhr

Vortrag: Geschichte der Philosophie – Philosophie der Geschichten

Die abendländische Philosophiegeschichte ist eine Geschichte verschiedener Geschichten, die der Mensch sich über sein Verhältnis zur Welt und zu sich selbst erzählt. Es ging und geht immer um diese Beziehungsgeschichte und die Frage, wo und wie das Selbst (Psyche/Ego) sich in der Welt verortet und wie sein Verhältnis zur Welt zu denken ist. Die Philosophie bewandert die Landkarten des Denkens als ihre Landschaft. Bei der multimedialen Wanderung durch diese Landschaft wird Hans Rudi Fischer an verschiedenen Orten, Meta-Narrativen, innehalten, die da heißen:

  • Erkenne Dich selbst – Werde, der du bist
  • Ich weiß, dass ich nichts weiß 
  • Cogito, ergo sum
  • Gott ist tot

Am Ende wird Hans Rudi Fischer gezeigt haben, dass die wenigen Fragen, die die Philosophie seit Jahrtausenden verhandelt, in unterschiedlichen Geschichten verschieden beantwortet werden. Bei all dem wird klar werden, dass es Bewußtsein und Sinn nur in Geschichten gibt und geben kann. 

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